szmmctag

  • Assoziationen

    Bislang dachte ich bei dem Namen "Niklas" allenfalls an den 6. Dezember oder den Soziologen Luhmann. Ab heute dürften kognitive Pfade für stürmischere Assoziationen gelegt worden sein.

  • Artikel

    Die Welt dreht sich weiter, und die Medienkarawane folgt ihr. Schlagzeilen werden ausgetauscht und neue Dringlichkeiten ausgemacht. Hauptsache, die Geschichte ist rund.
    Habe neulich im Kino einen Werbespot für ein Boulevardblatt gesehen. Darin erklärt eine Journalistin, sie sehe sich als Storyteller. Früher wollte man "nur" objektiver Berichterstatter sein. Die Zeiten ändern sich. Wäre einen Artikel wert.

  • Schade

    Nur das Schreiben macht ihn wirklich glücklich. Schade, dass das nicht für die Leser gilt.

  • Extrem

    Es gibt Tage, da merkt man, wie die Panik die Eingeweide annagt. Nur noch die Beine in die Hand, und weg, weg. Aber dieser Wunsch, schreiend wegzulaufen, ist nur deshalb der Rede wert, weil er halt ein Extremwert im Stimmungsbarometer ist. Am besten das Atmen nicht vergessen. Und beobachten, während der Verstand um die Wette rennt. Schon ein fragiles Gebilde, die Stimmung.

  • Redlich

    Nun, wenigstens der Börse geht es gut. Und es soll ihr noch besser gehen. Deshalb werden die Kleinanleger sturmreif geschossen. Im Fernsehen malt ein Analyst rosige Farben. Es sei noch nicht zu spät, in Aktien zu investieren. Und dann meint er, ein gewisses Risiko bestehe halt doch. "Aktien können nicht nur steigen, sie können auch fallen." Und mir schießen die Tränen in die Augen ob solch großer Redlichkeit.

  • Innen

    Je älter er wird, desto klarer wird ihm, dass man das Glück nicht außen suchen kann; man kann es innen finden.

  • Martialische Zeiten

    Du, der du da achtlos in den Tag hineinlebst, sei gewiss: Die Rache der Stundenuhr wird über dich kommen, wie jedes Jahr. Die Sommerzeit dräuet und wird dich mit deinen schlummerverklebten Augen aus dem Lotterbett jagen. Heulen und Zähneklappern, dass sie dir kaltherzig eine Stunde deines Lebens gestohlen haben. Oder deines Schlafs.
    Falls die Erinnerung nicht trügt, wurde die Sommerzeit irgendwann im Ersten Weltkrieg erfunden. Schon damals saß man dem Glauben auf, man könne mit ihr Ressourcen sparen. Interessant. Leben wir vielleicht im befriedeten Mitteleuropa in martialischeren Zeiten, als wir uns eingestehen wollen? Am besten, ich denke diese Woche darüber nach. Am Wochenende fehlt mir ja die Zeit dazu.

  • Besitz

    "Ihr habt leicht reden", sagt er. "Ihr habt alle jemanden. Ich habe niemanden."
    Und darin liegt der Denkfehler. Niemand "hat" jemanden. "Haben" im Sinne von "besitzen". Die Zeiten der Sklaverei sind lang vorbei. Wieder einmal führt der Sprachgebrauch in die Irre.

  • Die Tür

    Die Tür ist einen Spaltbreit offen. Licht dringt herein. Warum zögern, den Fuß hineinzustellen? Weil es unsicher ist? Unhöflich? Wer sagt das? Zweifelt man an dem eigenen Motiv? Will man wirklich in diesem modrigen Zimmer versauern? Ist es denn modrig?
    Die Tür schließt sich.

  • Sonne

    Die Jalousien verstohlen geöffnet, es ist ja schon mittags, und gehofft, dass die Sonnenstrahlen nicht pulverisieren. Man hat schließlich gestern den lieben langen Tag nichts anderes als Warnungen und Untergangsszenarien gehört. Doch basserstaunlich die Erkenntnis: Das Leben ist tatsächlich weitergegangen. Alles dreht sich, und den Medien wird schon ein neuer Hype einfallen. Notfalls tut es der Mittelfinger noch ein paar Tage lang. Und die Vorschau auf das Osterwetter, jede Stunde neu.

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